Allheilmittel Dampfsperre?

Die Dampfsperre ist nur ein Aspekt in der Bauphysik von Schwimmhallen. Nur die Gesamtbetrachtung aller Faktoren ergibt ein rundes Bild

Ein Hallenschwimmbad ist, was die Baukonstruktion betrifft, in einigen Punkten anders zu betrachten als die übrigen Räumlichkeiten im Haus. Hier ist eine sorgfältige Planung unerläßlich, um Gebäudeschäden sowohl in der Schwimmhalle selbst als auch in den angrenzenden Räumlichkeiten zu vermeiden.

Grund: Die Schwimmhallenluft enthält etwa doppelt so viel Feuchte pro qm Luft wie normale Raumluft. Das führt sehr leicht zu Feuchteschäden, wenn nicht konsequent für Wärmeschutz und Feuchteschutz gesorgt wird.

In erster Linie ist darauf zu achten, daß die Wandoberflächentemperatur auch bis –10 Grad Celsius Außentemperatur mindestens 23 Grad Celsius beträgt. Dies ist der Taupunkt der Schwimmhallenluft. Bei Unterschreitung dieses Wertes tritt Kondensatbildung auf. Das muß sicher vermieden werden.

Der zweite Aspekt ist die Dampfdiffusion. Bei diesem Effekt muß verhindert werden, daß der in der Baukonstruktion befindliche Wasserdampf sich als Kondensat im Bauteil niederschlägt.

Soweit die Vorgaben. Aber wie sind diese zu erreichen? Dazu müssen wir uns mit der Bauphysik befassen.

Viele Bauherren, aber auch Planer reduzieren das Problem des konstruktiven Wandaufbaus gerne auf die Frage: Brauche ich eine Dampfsperre oder nicht? Dabei ist die Dampfsperre nur ein Aspekt in der Bauphysik von Schwimmhallen. Deshalb sind zwei Teilgebiete der Bauphysik von besonderem Interesse: zum einen der Wärmeschutz, zum anderen der Feuchteschutz.

Wärme hat die unangenehme Angewohnheit, vom Warmen zum Kalten zu fließen, also immer von dort, wo viel Wärme vorhanden ist, dahin, wo weniger Wärme ist. Es ist dabei relativ uninteressant, auf welche Art die Wärme transportiert wird. Dafür gibt es verschiedene Wege.

Sie muß aber auf ihrem Weg die sogenannten Luftgrenzschicht durchdringen, die alle Bauteile umgibt. Sie muß dann die Wärmedämmung des Bauteils selbst überwinden, um schließlich durch die äußere Luftgrenzschicht in die Außenluft zu gelangen.

Der physikalische Wert, der den Wärmestrom durch ein Bauteil beschreibt, ist die von der Wärmeschutzverordnung her bekannte Zahl k, der sogenannte k-Wert. Je kleiner dieser Wert ist, desto besser ist der Wärmeschutz des Bauteils.

Nun besteht ein Bauteil in der Regel nicht aus einer einzigen, sondern aus mehreren Schichten. Sind die Schichten hintereinander angeordnet, so daß die Wärme alle Schichten der Reihe nach überwinden muß, so errechnet sich daraus der entsprechende k-Wert.

Sind aber die Schichten nebeneinander angeordnet, so muß jedes Bauteil gesondert berechnet werden. Hat das Bauteil Wärmebrücken, beispielsweise einen Betonsturz, so kann diese Wärmebrücke zur Auswirkung haben, daß eine einwandfreie Wärmedämmung des Bauteils nicht mehr gewährleistet ist.

Wärmebrücken können dann entstehen, wenn das Bauteil an einer Stelle dünner ist, sehr gut wärmeleitendes Material verwendet wird oder wenn wärmeleitendes Material nach außen vorsteht und so eine Kühlrippe bildet, die von außen praktisch nicht mehr zu dämmen ist. 


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