Allheilmittel Dampfsperre?
… Was zählt ist, und das ist auch im Streitfalle maßgeblich, die DINgerechte Berechnung. Dazu kommt dann immer noch die baupraktische Erfahrung.
Es gibt durchaus Fälle, bei denen die Wandkonstruktion in der Fläche rechnerisch ohne eine Dampfsperre auskommen könnte. Dann zeigen sich aber in der Praxis Baudetails wie beispielsweise Betonstürze, Ringanker, Säulen und Eckanschlüsse, die nur mit einer Innendämmung und Dampfsperre sicher gelöst werden können.
Aus diesem Grund setzt sich die Innendämmung mit Dampfsperre immer mehr durch.
Welchen Einflüssen ist nun ein Gebäude in wärmetechnischer Hinsicht ausgesetzt?
Zu nennen sind hier:
- Wärmeaustausch mit der Außenluft durch Transmission, das heißt die Wärme, die durch die Bauteile hindurch geht
- Wärmeaustausch mit der Außenluft durch Lüftung
- Wärmegewinne durch Sonneneinstrahlung
In welcher Richtung der Wärmeaustausch durch Lüftung und Transmission verläuft, hängt davon ab, wo es wärmer ist: von drinnen nach draußen oder umgekehrt. Da es in der Schwimmhalle an nahezu allen Tagen des Jahres wärmer ist als draußen, ist hier die Wärmeflußrichtung fast immer von innen nach außen.
Es gibt jedoch noch einen anderen Punkt, den man berücksichtigen muß: die Wärme, die durch Geräte und Menschen erzeugt wird.
Alle diese Punkte – Sonne und Warmwasser, Transmission und Lüftung, Wärmeabgabe durch Geräte und die Bewohner – gehen in den Energiehaushalt eines Gebäudes mit ein. Um nun diese Einflüsse auf einen für den Menschen behaglichen Wert zu regulieren, gibt es Ausgleichsmechanismen: die Heizung, die Klimatisierung und die Wärmespeicherung.
Hauptwärmeverlustträger in der Schwimmhalle sind die Verdunstungswärmeverluste aus dem Becken. Sie lassen sich nur durch richtige Klimatisierung und beispielsweise eine Beckenabdeckung in vertretbarer Höhe halten.
Mittels des sogenannten k-Wertes (W/qmK) können wir die Wärmemenge angeben, die durch 1 qm Fläche fließt, wenn der Temperaturunterschied zwischen beiden Seiten 1 K beträgt.
Die für private Schwimmhallen maßgeblichen k-Werte sind in der Wärmeschutzverordnung festgelegt. Sie gelten für Wohnhäuser bis zu 3 Wohneinheiten. Aufgrund des hohen Temperatur-Niveaus in Schwimmhallen gehen die Empfehlungen jedoch zu verbesserten k-Werten.
Natürlich läßt sich der k-Wert eines Gebäudes auch verbessern, beispielsweise indem wir die Wärmedämmung erhöhen und vor allem Wärmebrücken vermeiden.
Mit einer Verdoppelung der Wärmedämmung des Bauteils, beispielsweise durch Aufbringen von 5 cm Styropor, lassen sich 50 Prozent der ursprünglichen Wärmemenge einsparen.
Eine weitere Verdoppelung der Wärmedämmung, also 10 cm Styropor, spart zwar wieder 50 Prozent der Heizkosten, aber nur ausgehend von der neuen, herabgesetzten Wärmemenge. Die Ersparnis durch die zweite Menge Styropor beträgt also nur noch 25 Prozent. Bei etwa k=0,3 hört jede Wirtschaftlichkeit für Außenwände auf. Bei der Dach-Wärmedämmung liegt die Grenze bei ca. 0,15 W/qmK.
Aber auch der effektive k-Wert von Fenstern läßt sich verbessern, indem wir nur Fenster aus Wärmeschutzglas verwenden. Bei Schwimmhallen erreicht man im Jahresmittel mit Wärmeschutzgläsern einen negativen k-Wert der Glasfläche, das heißt der Wärmegewinn des Fensters ist im Jahresmittel größer als der durch das Fenster verursachte Wärmeverlust. …