Bauphysik mit System

Allerdings geht sie immer von Konstruktionen ohne Dampfsperre aus. Für den Wohnraum-Bau ist dies auch völlig in Ordnung und praktisch bewährt.

Beim Schwimmhallen-Bau liegen die Verhältnisse anders. Die Schwimmhallenluft enthält pro cbm Luft etwa doppelt so viel Feuchte wie sie im Wohnraum üblich ist.

Das kann nicht unberücksichtigt bleiben, wenn bauphysikalische Betrachtungen angestellt werden.

Die Betrachtung des Wärmeschutzes allein genügt hier nicht. Man muss bewusst den Feuchteschutz sicherstellen. Das bedeutet, es darf weder an der Oberfläche von Bauteilen noch im Inneren der Bauteile zu Kondensat kommen.

Dies muss ganzjährig sichergestellt werden und gilt auch bei Außentemperaturen von -10 Grad Celsius und darunter.

Zum Nachweis der Eignung einer Konstruktion für den Einsatz in Schwimmhallen gibt es eine klare DIN-Regelung. Sie erfordert gemäß DIN 4108 Teil 3 einen so genannten Feuchteschutz-Nachweis. Er allein ist im Zweifelsfall maßgeblich, ob eine Konstruktion zulässig ist oder nicht.

In diesem Zusammenhang hat sich die innen liegende Wärmedämmung mit Dampfsperre als nachweislich sicherste Lösung für Schwimmhallen erwiesen.

Im praktischen Alltag ist eigentlich immer mehr die Kombination aus Innen- und Außendämmung üblich. Der Taupunkt sitzt dabei etwas weiter innen im Mauerwerk.

Das spielt aber dann keine Rolle, wenn kein Wasserdampf an diesen Punkt gelangt. Mit unserer Lösung bleiben derartige Konstruktionen staubtrocken.

pool: Sie betonen in Ihren Aussagen immer die Frage der Behaglichkeit. Ist das nicht ein subjektiver Begriff, den man so klar nicht fassen kann?


Köpke: Die Behaglichkeit hängt von mehreren Faktoren ab.

Die wichtigsten sind Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und die Oberflächentemperatur der Umschließungsflächen. Im Allgemeinen kann man Schwimmhallen im Bereich von 30–32 Grad Celsius und 55–65 Prozent relativer Feuchte als behaglich bezeichnen.

Diese Werte lassen sich in der Schwimmhalle individuell einstellen. Ganz entscheidend ist aber auch die Oberflächentemperatur der Umgebung.

Sie sollte maximal 3 Kelvin (= Grad Celsius) von der Raumtemperatur abweichen. Sonst fühlt man sich unwohl.

Der unbekleidete Körper empfindet diesen Unterschied noch schneller als man es im Wohnbereich kennt. Mit hochwertigem Wärmeschutz lässt sich das gut realisieren.

Bei der von uns heutzutage realisierten Schwimmhalle liegt die Oberflächentemperatur nur rund 1 Kelvin unter der Raumlufttemperatur, das bedeutet, die Wand ist im Prinzip so warm wie ein Boden mit Fußbodenheizung im Wohnbereich.

pool: Wenn man nun eine Wand von innen dämmt, kann dann nicht die kleinste Undichtigkeit der Dampfsperre zu Schäden führen und wie hänge ich denn dann ein Bild an die Wand?


Köpke: Das sind verständliche Bedenken bei der Innendämmung. Sie spielen aber im praktischen Alltag keine Rolle. 


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