Der Sauna-Aufguss

Zum gleichen Zweck benutzt der Finne den auf Saunafotos oft abgebildeten Birkenquast. Dieses aus jungen Birkenzweigen gebundene Büschel gehört seit eh und je im hohen Norden zum Saunabaden. Daß es auch heute noch weit mehr als nur ein Accessoire ist, belegt die Redensart: “Das Saunen ohne Büschel ist, als ginge der Holzfäller ohne Axt in den Wald.”

Im Augenblick des Dampfstoßes beklopft sich der Finne mit dem Birkenquast. Der Aufgußdampf wird so an den Körper herangeholt, denn beim Auftreffen des Quastes auf die Haut wird die über ihr ruhende Luftschicht weggeschlagen.

Mit den Birkenbüscheln wird aber noch ein weiterer, sehr angenehmer Zweck verfolgt. Einige Zeit vor dem Gebrauch weicht man die Büschel nämlich in dem Aufgußwasser ein. Dabei geht das Birkenblätteröl in das Wasser über. Wenn das Wasser dann auf die heißen Steine aufgespritzt wird, was ebenfalls mit den Quasten geschieht, entfaltet sich der angenehm erfrischende Duft der Birke.

Wegen der Verschmutzung durch die abfallenden Birkenblätter, aber auch wegen des Mangels an Birkengrün hat sich die finnische Sitte bei uns nicht durchsetzen können.

Für den Gebrauch in der Privatsauna kann man Birkenreisige allerdings im Saunazubehörhandel kaufen. Sie werden getrocknet und gebunden aus dem Heimatland der Sauna importiert und müssen vor Gebrauch in Wasser eingeweicht werden.

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Hierzulande versetzt man das Aufgußwasser gern mit einigen Tropfen ätherischer Öle, um beim Dampfstoß ebenfalls eine Duftwirkung zu erzielen. Dabei ist es reine Geschmacksache, ob man Konzentrate aus Gebirgslatschenkiefern oder Fichtennadeln, Eukalyptus, Minze, Birke, Wacholder oder sogar Salbei wählt.

Allerdings sollte man mit dem Konzentrat vorsichtig umgehen. Vor Betreten der Saunakabine werden lediglich ein paar Tropfen nach Dosierangabe des Herstellers in das Aufgußwasser gegeben.

Auf gar keinen Fall darf man das Konzentrat direkt auf den Ofen schütten, denn es kann dann leicht eine Stichflamme emporschießen. Etliche Saunabrände sind so schon entstanden und haben Sach- und Personenschäden verursacht.

In öffentlichen Saunabädern sollte wegen dieser Gefahren ein Aufguß nur vom Personal durchgeführt werden. Neben dem Sicherheitsaspekt sollte auch daran gedacht werden, daß ein vom Saunameister durchgeführter Aufguß den Gästen verdeutlicht, daß sie in dem Betrieb gut betreut werden.

Und welche Wassermenge sollte dann aufgegossen werden, um den Dampfstoß richtig zu dosieren? Um ein allgemein gültiges Maß nennen zu können, wird von Saunafachleuten die Aufgußmenge in Beziehung zur Größe des Saunaraumes gesetzt.

Danach sind etwa 10 - 15 g Wasser pro cbm Rauminhalt der Kabine die angemessene Menge, um ein weiterhin gut erträgliches Saunaklima beizubehalten. 


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