Der Sauna-Aufguss
… Es macht nämlich einen erheblichen Unterschied, ob in einer acht Quadratmeter großen Privatsauna ein halber Liter auf den Ofen geschüttet wird - was empfindliche Badende schon von den Bänken treiben könnte - oder ob die gleiche Menge in einem öffentlichen Bad in einem 40 qm großen Saunaraum aufgegossen wird, für dessen Volumen es das richtige Maß wäre.
DER AUFGUSS SOLLTE ANGEKÜNDIGT WERDEN
In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, daß die Aufgußsitten manchmal problematisch sind.
Besonders trifft das für Österreich zu, wo der Aufguß oft sehr reichhaltig durchgeführt wird. Zwischen vier und sieben Liter Wasser werden dort aufgeschüttet, und der Hitzereiz durch die Kondenswärme ist so stark, daß die Saunagänger ihn manchmal nur noch auf dem Fußboden hockend ertragen können.
Die Saunakabine verlassen können die Badenden während dieser “Zeremonie” nicht, denn die Tür wird üblicherweise abgesperrt. Es versteht sich von selbst, daß österreichische Mediziner mit diesen Methoden nicht einverstanden sind. Die Kreislaufbelastung durch die zusätzliche Wärme ist nämlich nicht zu unterschätzen.
Doch trotz aller Mahnungen gehört ein solcher Aufguß an vielen Orten Österreichs offenbar zum Saunavergnügen. Darüber hinaus muß man objektiv feststellen, daß manchmal auch bei uns (und sogar in Finnland) nicht das richtige Maß gefunden wird.
Wie häufig soll bei einem vollständigen Saunabad nun ein Aufguß gemacht werden? Üblicherweise erfolgt der Dampfstoß als Höhepunkt am Ende der Wärmephase. Damit die Badegäste öffentlicher Sauna-Anlagen sich darauf einrichten können, wird er dort zu bestimmten Zeiten, beispielsweise jede halbe Stunde oder immer zur vollen Stunde, angeboten.
Wo nicht in regelmäßigen Zeitabständen aufgegossen wird, ist es angebracht und gehört es zum guten Ton, daß die Mitbadenden gefragt werden, ob sie mit einem Aufguß einverstanden sind. Verständlicherweise ist es nicht jedem angenehm, einen Aufguß dann mitzubekommen, wenn er gerade erst auf der Saunabank Platz genommen hat.
Wegen des geringen Feuchtigkeitsgehaltes der Saunaluft im Winter empfiehlt es sich übrigens, einen ersten Aufguß ausnahmsweise schon vor Inbetriebnahme der Sauna zu machen. Die Winterluft ist nämlich oft sehr trocken, und da sie über die Lüftung in die Kabine gelangt, ist es günstig, sie durch ein oder zwei Aufgüsse anzufeuchten, um ein Austrocknen der Schleimhäute in Nase und Rachen zu vermeiden.
Auch solche kleinen Aufmerksamkeiten tragen zum Wohlbefinden der Gäste bei.