Expertenwissen: Beckenbau in Stahlbeton
Wie das Becken dicht bleibt und Haarrisse an der Beckenwand verhindert werden.
Da bei Stahlbeton-Schwimmbecken und Whirl-Pools, unabhängig von der Größe, die bauphysikalischen Kriterien gleich sind, gelten diese sowohl für den öffentlichen wie auch für den privaten Bäderbau.
Bei öffentlichen Bädern werden allerdings aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen, beispielsweise Richtlinien für den Bäderbau (KOK-Richtlinien) des Bundesseuchengesetzes von 1979, der DIN 19643 „Aufbereitung und Desinfektion von Schwimm- und Badebeckenwasser“ und der DIN 19644 E für Warmsprudelbecken (Whirl-Pools) erhöhte Anforderungen im Gegensatz zu privaten Anlagen an die Beckengestaltung, Wasseraufbereitung und Sicherheitsbestimmungen gestellt.
Eine wichtige Forderung an solche Schwimmbäder und Whirl-Pools ist neben der dynamischen und thermischen Belastbarkeit ihre Dichtigkeit.
Der Übergang von der senkrechten Beckenwand in den Beckenumgang ist die am stärksten beanspruchte Zone und erfordert daher eine sehr sorgfältige Planung und Ausführung.
Dieser Bereich - der Beckenkopf - umfaßt die Überlaufrinne mit Einbauteilen, die Rinnenabdeckung und den Anschluß an den Beckenumgang.
Die Beckenkopfgestaltung ist für die Gesamtfunktion einschließlich Beckenhydraulik von entscheidender Bedeutung. Die Beckenkopfkonstruktion dagegen hat einen wesentlichen Einfluß auf die Dichtigkeit.
Abdichtungsprobleme ergeben sich bei Überlaufrinnen in Beckenumgangshöhe dadurch, daß die Wasserfläche im Becken höher als die Oberfläche des Beckenumgangs ist.
Bei plattierten oder gefliesten, wasserundurchlässigen Stahlbetonbecken bewirkt der hydrostatische Druck des Beckenwassers, daß Feuchtigkeit im gesamten Becken durch den Fugenmörtel des keramischen Belages bis zum Beton zur Überlaufrinne eindringt.
Durch die Kapillarwirkung gelangt Beckenwasser auch hinter die Rinne. Nach DIN 4122 und DIN 18195, Teil 5, handelt es sich hierbei um nicht drückendes Wasser.
Bei einer unzureichenden Beckenkopfabdichtung dringt jedoch diese kapillare Feuchtigkeit - Beckenwasser - in die Unterkonstruktion des Beckenumganges, beispielsweise die Dämmung oder zwischen den Betonbereich vom Beckenkopf zum Beckenumgang und tritt an der darunter befindlichen Geschoßdecke aus.
Eine funktionsichere und kostengünstige Beckenkopfabdichtung ist die Anordnung einer wasserundurchlässigen Betonaufkantung gemäß DIN 1045 unmittelbar hinter den Überlaufrinnen bis in Höhe des Mörtelbettes des Keramikbelages.
Die Betonaufkantung erhält zusätzlich im oberen Bereich des Mörtelbettes zwischen dem Beton und dem Keramikbelag eine rund 2,5 cm hohe, kapillarbrechende Fugenfüllung. …