Expertenwissen Überlaufrinnen
… Die hochliegende Überlaufrinne ist dagegen immer noch die eleganteste Lösung und setzt sich daher auch immer mehr im privaten Schwimmbadbau durch.
Die Vorteile sind:
- optimale Beckenhydraulik
- beeinflussungsfreier, kontinuierlicher Wasserüberlauf
- keine hygienisch bedenklichen Ablagerungen an den Beckenwänden über dem Wasserspiegel
- keine sogenannte Chlorglocke über dem Becken
- guter optischer Ausblick beim Schwimmen
- keine Wellenreflektion
- hervorragende architektonische Gestaltungsmöglichkeit.
Die gebräuchlichste Überlaufrinnensysteme mit lotrechter Beckenbegrenzung sind:
- „Wiesbadener-Überlaufrinne” aus glasierten keramischen Formteilen in unterschiedlichen Größen mit Rinnenabdeckungen.
- „Züricher-Überlaufrinne” mit Keramik-Beckenrandstein (Handfasse) mit direkt anschließender beziehungsweise dahinter angeordneter tiefer oder flacher Rinne aus Keramik-Spaltplatten mit und ohne Rinnenabdeckung.
- “St. Moritz-Überlaufrinne” mit einer über dem Beckenumgang angeordneten, gleichmäßig abgerundeten Beckenbegrenzung. Das Wasser strömt anschließend an der Becken-Außenwand in eine tief abgedeckte oder flach offene Ablaufrinne.
Die Überlauf-Rundungen sollten aus Kleinmosaik oder radialen keramischen Eckleisten bestehen, da bei Verwendung von großflächigen Spaltplatten aufgrund der sich ergebenden Schrägung das Überlaufwasser nicht mehr in die Rinne, sondern unkontrolliert in den Beckenumgang strömt.
Das sehr attraktive “St. Moritz-System” bietet hervorragende optische Gestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel bei unterschiedlich hohen Beckenumgangsebenen und in Verbindung mit verschiedenen Überlauf-Rinnenkonstruktionen.
Bedingt durch die relativ große bewegte Ablaufwasserfläche ergibt sich allerdings eine höhere Kohlensäureausgasung mit pH-Wert-absenkender Wirkung und eine erhöhte Verdunstung, verbunden mit zusätzlichem Wärmeentzug aufgrund der Feuchtigkeitsabgabe.
Die Überlaufrinne mit eingetauchter Beckenbegrenzung ist unter dem Begriff “Finnische-Überlaufrinne” bekannt und besteht aus einer schiefen Ebene, die von der Beckeninnenwand mit rund zehnprozentiger Steigung zum Beckenumgang führt.
Im Anschluß befindet sich eine tief abgedeckte oder flach offene Ablaufrinne. Die wesentlichen Vorteile dieses Systems sind:
- Durch den sogenannten Strandauslauf (Wellenauslauf) besteht eine optimale Wasserabführung bei schneller Wasserspiegelung.
- Bei personenbedingter Wasserspiegelabsenkung durch Verlassen des Beckens erfolgt weiterhin eine kontinuierliche Ableitung der Schmutzstoffe durch Wellenaustrag.
- Die Fertigungs- und Verlegetechnik, insbesondere die der waagerechten Überlaufkante, ist relativ problemlos.
- Durch diese Rinnenkonstruktion ergeben sich startblock ähnliche Verhältnisse.
- Das durch Wellen ausgetragene Wasservolumen ist gegenüber der senkrechten Beckenbegrenzung geringer, mit der Folge, daß kleinere Wasserspeicher, Rinnengrößen und Rohrquerschnitte benötigt werden.
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