Expertenwissen Überlaufrinnen
… Dieses markante Funktionselement wird daher immer häufiger in der Badarchitektur verwendet, um in den verschiedensten Varianten vom einheitlichen und üblichen weg hin zur individuell facettenreichen Freizeitgestaltung zu kommen.
Um die gerundeten Kanten und Eckausbildungen des Überlaufbereiches und des Beckens selbst zu modellieren, verwendet man glasiertes Keramikmosaik und radiale Keramikeckleisten, eventuell verschieden farbig abgesetzt, oder etwas teureres, aber dafür effektreicheres Glasmosaik.
Reine Betonrinnen ohne Keramikauskleidung gibt es lediglich noch bei größeren Aussenbecken in Verbindung mit abgedeckten Überlaufrinnen. Fertig-Schwimmbecken und -Whirlpools aus Acryl oder Polyester haben in der Regel unproblematische, bereits angeformte Überlaufrinnen, oder diese werden als Montageelemente mitgeliefert.
Bei Fertigbecken sind allerdings die Anzahl und Größe der Rinnenabläufe rechtzeitig auf das spätere Beckenwasser-Umwälzvolumen abzustimmen. Für alle Überlaufrinnen gilt, daß Keramikauskleidungen mit Gefälle zu den Einläufen die wöchentliche Rinnenreinigung erheblich erleichtern.
WASSERATTRAKTIONEN BERÜCKSICHTIGEN
Um zu verhindern, daß Reinigungschemikalien über den Schwallbehälter in das Beckenwasser gelangen und dieses unnötigerweise zusätzlich belastet, und der Folge eines Anstiegs des gebundenen Chlors, ist eine Rinnenreinigungsumschaltung erforderlich.
Diese kann entweder aus zwei Armaturen bestehen, die sich jeweils in der Überlaufrinnenleitung und im Ablauf zum Schmutzwassersystem befinden und wechselseitig geschaltet sind, oder durch Anordnung eines sogenannten Dükers in der Rinnensammelleitung, in Verbindung mit einer Ablaufarmatur am tiefsten Punkt.
Wird der Beckenumgang direkt in die Überlaufrinne entwässert, ist die Rinnenreinigungsumschaltung unerläßlich.
Bei automatischer Rinnenreinigungsumschaltung ist grundsätzlich eine Elektro-Verriegelung mit der mechanischen Beckenwasseraufbereitung (Filterung) und chemischen Beckenwasseraufbereitung (Chlorung, pH-Wert-Korrektur, eventuelle Flockung) erforderlich.
Die Überlaufrinnengröße und die Anzahl und Abstände der Rinnenabläufe richten sich im wesentlichen nach dem Beckenwasser-Umwälzvolumen pro Stunde, dem hydraulischen System, das heißt dem anteiligen Umwälzvolumenstrom in der Überlaufrinne.
Bei Wasserattraktionen ist der eventuelle zusätzliche Beckenwasseraustrag zu berücksichtigen. Dieser kann beispielsweise wie beim Luftsprudler beträchtlich sein.
Bei einem Privat-Schwimmbecken mit 10 bis 15 cbm Beckenumwälzvolumen pro Stunde reichen bei einem lichten Überlaufrinnen-Querschnitt von circa 4 Abläufen DN 100 jeweils an den Eckpunkten des Beckens.
Die umlaufende Überlaufrinnen-Sammelleitung ist mindestens DN 100. Bei der “Wiesbadener-Rinne” sollten circa alle 3 m ein Rinnenablauf DN 65 beziehungsweise DN 80 vorgesehen werden.
Das Volumen des Schwallwasserbehälters sollte mindestens 2 cbm betragen und bei Luftbodensprudlern 4 cbm. …