Expertenwissen Wasseraufbereitung

Die dritte Größe ist der sogenannte Umwälzvolumenstrom Q. Die Summe dieser drei Größen ergibt die zu erwartende, anfallende Wassermenge. Damit diese Wassermenge rückstaufrei in den Wasserspeicher ablaufen kann, muss neben der Rinnengröße die Anzahl und Dimension der Rinnenabläufe ermittelt werden (siehe Musterrechnung Überflutungsrinne).

Musterrechnung Überflutungsrinne

  • Schwimmbeckengröße 8 x 4 m
  • Belastung durch max. 4 Personen gleichzeitig
  • Umwälzvolumenstrom = 10 cbm/h
  • VV = 4 Personen x 75 l/Person = 300 l
    VW = 32 qm x 50 l/qm = 1600 l

    Aus Erfahrung kann man rechnen, dass die Wassermenge innerhalb von 3 Minuten (180 s) ablaufen muss.

    D.h

    .
    VV + VW = 1900 l/180 s = 10,5 l/s
    Umwälzvolumenstrom =10 cbm/h = 2,7 l/s
    Gesamte Ablaufmenge Summe = 13,2 l/s

    Anhand von diesem Wert kann nun der Rinnenquerschnitt und die Anzahl der Rinnenabläufe ermittelt werden. Über einen Rinnenablauf in der Dimension DN 65 können ca. 2–2,5 l/s abgeführt werden. Für die errechnete Wassermenge sind somit

    13,2 l/s : 2,3 l/s = 6 Rinnenabläufe DN 65 erforderlich (aufgerundet).

Die Querschnitte der Rinnensysteme werden vor allem durch die Formen der keramischen Industrie vorgegeben.

Der Rinnenquerschnitt begrenzt die mögliche maximale Wassermenge. Meistens werden zwei unterschiedliche Größen (klein, groß) angeboten. Es empfiehlt sich dabei den größeren Rinnenquerschnitt zu wählen.

Mögliche Nachteile der Überflutungsrinne sind höhere Wärmeverluste durch Verdunstung sowie der höhere Investitionsaufwand.

Bei falscher Dimensionierung oder nicht sachgemäßen Betrieb kann es zu störenden Ablauf- oder “Gurgelgeräuschen” kommen. Werden die Ablaufgeräusche als störend empfunden, lassen sich durch besondere Einsätze in die Rinnenabläufe (Silenteinsatz) diese Geräusche reduzieren.

Zu beachten ist jedoch, dass damit der Widerstand ansteigt und somit die Rinnenablaufleistung reduziert wird. Richtigerweise berücksichtigt man diese reduzierte Ablaufleistung bereits bei der Auslegung und erhöht entsprechend die Anzahl oder Nennweite der Rinnenabläufe.

Eine weitere Möglichkeit der Rinnengestaltung ist die sogenannte Gefällerinne. Dabei wird die gesamte Rinne mit einem Gefälle hergestellt. Das anfallende Wasser wird an der tiefsten Stelle über einen oder nur wenige aber dafür große Rinnenabläufe abgeführt. 


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