Freibad im Wintergarten

kissel_06gr_s.jpgNeben dem Becken ist genügend Platz für eine Sitzecke sowie Liegen.

Damit der behinderte Sohn effektiv üben konnte, sollte das Wasser immer 30 Grad Celsius warm sein. In unseren Breiten erfordern solche Temperaturansprüche besondere Wärmeschutzmaßnahmen, beispielsweise eine Überdachung.

Die Bauherren wollten jedoch keine einfache, halbhohe Konstruktion, denn man sollte darunter auch stehen können.

Auch eine schienengeführte Anlage schied aus, denn der Sohn sollte mit dem Rollstuhl direkt ans Becken fahren können. Die üblichen Standardmodelle kamen daher nicht in Frage.

So machte sich der Bauherr, der Ingenieur ist, selbst ans Planen und entwarf eine wintergartenähnliche Konstruktion. Auch bei der Ausführung übernahm er viele Arbeiten selbst.

Dadurch dauerte es allerdings fast ein Jahr bis zur Inbetriebnahme des Schwimmbads. Der eigentliche Wintergarten wurde von einer Fachfirma entsprechend den Vorgaben umgesetzt.

Diese Glashalle hat nur noch wenig mit einer normalen Freibad-Überdachung gemein: Die Stahlrahmenkonstruktion mit Isolierglasdoppelscheiben ist mittels Punktfundamenten fest verankert.

Für eine gute Durchlüftung sorgen Schiebetüren, die sich weit öffnen lassen, sowie Dachluken, die elektrisch auffahren.

Die Halle ist rings um das Becken begehbar und mit dem Rollstuhl befahrbar. Selbst eine rollstuhlgerechte Dusche und Toilette sowie eine kleine Küche wurden integriert.

Die aufwendige Überdachung erfordert weitergehende Maßnahmen. Dem Bauherrn war klar, dass durch die Glashalle und die Beckenabdeckung die Wärmeverluste und die Verdunstung zwar reduziert werden, trotzdem jedoch eine effektive Lüftungsanlage erforderlich ist, damit man sich an sonnigen Tagen nicht wie in einem Treibhaus fühlt. Sie wurde mit einer Wärmerückgewinnung kombiniert, die sicherstellt, dass nicht unnötig Energie verloren geht. 


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