Grundwissen Schwimmbadfilter

Aufgrund der sehr großen Filtrationsschärfe und der relativ dünnen Filtermaterialschicht besteht einerseits ein sehr guter Filtrationseffekt und andererseits fehlt jedoch, wie bei Kartuschenfiltern, eine Tiefenwirkung.

Folglich richten sich die Rückspülintervalle nach der Belastung des Beckenwassers und nicht zuletzt auch nach der latent bestehenden Verkeimungsgefahr.

Bei der Einleitung von Kieselgurmaterial in die häusliche Abflussleitung sollte vorher mit dem zuständigen Entwässerungsamt oder -behörde respektive Klärwerk geklärt werden, ob diese Direktentsorgung möglich ist. Nach Entwässerungsnorm dürfen nämlich nur häusliche Abwässer in das Abfluss-System geleitet werden, um beispielsweise Verstopfungsgefahren durch Ablagerungen in den Abwasserleitungen zu vermeiden.

Sandfilter sind im Schwimmbadbereich nach wie vor das am häufigsten eingesetzte Filtersystem. Dabei ist die teilweise nicht nur für Laien verwirrende Begriffsvielfalt schon fast als Markenzeichen der Schwimmbadbranche zu bezeichnen.

So gibt es Bezeichnungen wie Einschichtfilter, Mehrschichtfilter, Sandfilter, Hochschichtfilter oder Schnellfilter.

Beginnen wir zunächst bei den Filterbehälter-Werkstoffen. Die Filterbehälter werden nach wie vor aus Metallwerkstoffen und aus den verschiedensten Kunststoffmaterialien gefertigt. Auch bei der Werkstoffbestimmung ist zu berücksichtigen, dass jedes Material seine werkstoffspezifischen Vor- und Nachteile hat.

Bei den Metallwerkstoffen – im privaten Schwimmbadbereich, wohlgemerkt - wird bei Filterbehältern eigentlich nur noch der nichtrostende Edelstahlwerkstoff Nr. 1.457 (X6CrNiMoTil7-12-2) unter der früheren Bezeichnung V4A verwendet. Der austenitische Chromnickelstahl ist bei circa 500 mg/l Chloridgehalt beständig und daher für normales Schwimmbadwasser in der Regel ausreichend, wohingegen der früher häufig verwendete V2A-Werkstoff Nr. 1.4303 nur rund 50 mg/l chloridbeständig ist.

Die materialbezogenen Stärken liegen beim V4A-Werkstoff eindeutig in der sehr hohen Temperaturbeständigkeit, der Beständigkeit gegenüber Ozon und dem problemlosen Ein- und Ausbringen des Filtersandes aufgrund des Spannring-Deckelverschlusses. Bei Sole, Meerwasser vergleichbaren Wässern mit hohem Chloridgehalt ist Chromstahl ebenso wenig geeignet wie für den Einsatz bei Kohlefiltermaterial aufgrund von Lochkorrosionsproblematik, bedingt durch Kohlenstoff-Elementspannung.

Kunststoffe sind zwar korrosionsbeständig, haben dafür aber materialbezogene Grenzen, beispielsweise bei der Temperatur- und Druckbelastung die sich jedoch im Schwimmbadeinsatz in der Regel nicht so gravierend auswirken.

Im kostengünstigen Bereich kommt meist der thermoplastische Werkstoff Polypropylen (PP) zum Einsatz. Dieses Material hat sich beim Ein- und Ausschalten der Filterpumpe als fleißiger Werkstoff erwiesen, da der Filterbehälter ständig in Bewegung ist, oder anders formuliert: „Bei Pumpenschaltvorgängen atmet der Filter.“ Duroplastische Kunststoff-Filter aus glasfaserverstärktem Polyesterharz mit Spezialversiegelung (GFK) sind zweifelsohne sehr hochwertig, insbesondere was die Standfestigkeit betrifft, und folglich auch entsprechend teurer. 


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