Grundwissen Schwimmbadfilter

Rechenbeispiel:

Bei einer Beckengröße von 4 m x 10 m und 1,35 m Tiefe ergibt sich ein Beckeninhalt von 54,60 cbm. Die angenommene Filterumwälzzeit soll fünf Stunden betragen.

Q = V/Z = cbm/hQ = 53,60/ 5 = 10,7 cbm/hLegende:
Q = Filterumwälzvolumen (cbm/h)
V = Beckeninhalt (cbm)
Z = Umwälzzeit (h)

Da es sich bei dem hier genannten Umwälzvolumen um einen rein rechnerischen Zahlenwert handelt, ist es auch nicht gravierend, ob die gewählte Umwälzzeit geringfügig darüber oder darunter liegt.

Viel entscheidender ist hingegen die tägliche Filterlaufzeit, denn hier werden teilweise auf Kosten der Energieeinsparung, das heißt, um die Stromkosten für die Filterpumpe zu reduzieren, Filterlaufzeiten von nur wenigen Stunden pro Tag empfohlen. Solche Zeiten widersprechen jedoch einer hygienischen Logik.

Die mathematisch ermittelte Filterleistung mit fünf Stunden Umwälzzeit für den gesamten Beckeninhalt ist nämlich streng genommen falsch, da die Wassererneuerung oder -verdrängung im Schwimmbecken nicht gleichmäßig erfolgt, sondern es findet lediglich eine Wasservermischung statt.

Legt man die Kriterien der Vermischungsformel zugrunde, sind nach fünf Stunden Filterlaufzeit erst knapp 60 Prozent des Beckeninhalts über die Filteranlage geführt worden und erst nach etwa einem Tag, sprich 24 Stunden, ist das gesamte Beckenvolumen vollständig gefiltert.

Diese Zahlenwerte verdeutlichen faktisch gesehen nicht nur sehr eindrucksvoll den Sinn und Unsinn von Minifilterlaufzeiten, sondern auch das teilweise vorhandene Defizit in der Branche.

Tägliche Filterlaufzeiten unter zehn Stunden sind, wenn überhaupt, dann nur unter ganz bestimmten optimalen Betriebsbedingungen akzeptabel. Ansonsten sollten Filter möglichst lange in Betrieb sein oder die Filterlaufzeiten jeweils vor den Badebetriebszeiten mindestens zweimal täglich fünf Stunden betragen.

Diese Mindest-Richtzeiten setzen wiederum effiziente Filteranlagen sowie eine fachgerechte Beckenhydraulik und optimale Wasserpflege voraus. Denn nur unter Berücksichtigung dieser Parameter schließt sich der Beckenwasserkreislauf zum Wohle des stolzen Schwimmbadbesitzers.

Gerade was die Spülung betrifft, mutiert der Schwimmbadfilter häufig zum unbekannten Wesen. Das beginnt mit Fachdefiziten gegenüber der hygienischen Bedeutung der Spülung, geht weiter über nicht ausreichende Spülgeschwindigkeiten und endet bei zu kurzen Spülzeiten aus Gründen falsch verstandenen Umweltschutzes.

Spülwasser ist einerseits ein Kostenfaktor, der sich zusammensetzt aus Wasser- und Abwasser- sowie Energiekosten. Andererseits ist die Filterspülung ein ganz entscheidender Filterverfahrensschritt und folglich auch fester Bestandteil einer hygienisch optimalen Wasserqualität. 


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