Häufige Fragen zur Bauphysik
Pool beantwortet die 15 häufigsten Fragen zur Schwimmhallen-Bauphysik
1. SIND SCHWIMMHALLEN KLIMATISCH WIE BADEZIMMER ANZUSEHEN?
Nein, es gibt einen gravierenden Unterschied. Im häuslichen Badezimmer gibt es zeitweise hohe Luftfeuchtigkeit, die dann meist wieder auf Wohnraumniveau absinkt.
In der Schwimmhalle dagegen ist eine permanent hohe Luftfeuchtigkeit gegeben. Die absolute Feuchtemenge liegt etwa doppelt so hoch wie bei normalem Wohnraumklima.
Im Badezimmer können Baustoffe (Wände, Decke) zur zeitweisen Pufferung von Feuchtespitzen herangezogen werden. Aber in der Schwimmhalle kann dieser Effekt nicht genutzt werden, weil kaum Feuchteschwankungen vorkommen.
2. WAS BEDEUTET 60 PROZENT RELATIVE LUFTFEUCHTE
Die Angabe der relativen Luftfeuchtigkeit hat nur dann praktischen Wert, wenn die entsprechende Lufttemperatur dazu genannt wird.
Luft kann nämlich bei steigenden Temperaturen mehr Feuchtigkeit aufnehmen als bei kühleren Temperaturen. Deshalb verschwindet beispielsweise Nebel, wenn im Laufe des Tages die Lufttemperatur steigt.
Die Nebeltröpfchen werden von der Luft wieder in Form von durchsichtigem Wasserdampf aufgenommen. Schwimmhallenluft von 30 Grad Celsius, 60 Prozent relativer Luftfeuchte enthält pro cbm rund 19 g Wasser.
Wohnraumluft (20 Grad Celsius) bei ebenfalls 60 Prozent relativer Luftfeuchte enthält dagegen nur circa 10 g/cbm, also etwa die Hälfte.
3. WARUM WIRD IN SCHWIMMHALLEN EINE DAMPFSPERRE BENÖTIGT?
Die Außenluft hat das Jahr über deutlich weniger Feuchtigkeit pro cbm Luft gespeichert als die Schwimmhallenluft. Im Winter kann der Feuchtegehalt in der Schwimmhalle zeitweise 20 mal höher liegen als in der Außenluft.
Durch diesen Unterschied im Feuchtegehalt ist der Wasserdampf bestrebt, einen Ausgleich zu schaffen und drängt in Richtung der feuchtigkeitsarmen Außenluft.
Weil Wasserdampfmoleküle so winzig klein sind, können sie übliche Baustoffe mit geringem Widerstand durchdringen. Da die Außenwand jedoch nach außen hin kühler wird, unterschreitet das Wasserdampfmolekül auf dem Weg durch die Außenwand die sogenannte Taupunkttemperatur und wird zu flüssigem Wasser.
Dies ist für jede Wandkonstruktion schädlich. Daher muss der Vorgang bereits auf der Innenseite der Schwimmhalle unterbunden werden. Dies übernimmt die Dampfsperre.
4. KÖNNEN WÄNDE HINTER EINER DAMPFSPERRE NOCH “ATMEN”?
Unter Atmung wird entweder Luft- oder Feuchtigkeitsaustausch verstanden. Ein Luftaustausch findet durch eine hochwertig ausgeführte Wand aber nicht statt.
Aus diesem Grund ist der Begriff “Atmung” im Prinzip falsch. Wird mit Atmung die Feuchtigkeitswanderung bzw. Diffusion durch Bauteile gemeint, so gelten die zu Frage 1 und 3 ausgeführten Erläuterungen. …