Herztraining
… Für das Letztere raten die Mediziner besonders zur Muskelruhe, aber weniger deshalb, weil sie Zwischenfälle befürchten, sondern weil ein Ziel des Aufenthaltes in der Saunawärme die umfassende Entspannung ist.
Deshalb soll hier daran erinnert werden, daß die Empfehlungen für einen günstigen Badeablauf lauten, sich in der Saunakabine auf eine der Bänke zu legen.
Dies ist ohne Zweifel die kreislaufschonendste Position in der Sauna. Mit dem Aufsetzen zum Schluß des Saunaaufenthaltes steigt dann die Pulszahl zwar etwas an, um dann aber nach Verlassen der Saunakabine wieder abzufallen.
In der Abkühlphase erreicht die Herzfreqeunz schon bald die Ausgangswerte wieder.
MIT VOLLEM HERZEN IST DER KÖRPER DABEI
Als Grund für die größere Herzaktivität war einleitend die wärmebedingte Durchblutungssteigerung der Haut genannt worden. Dafür reicht jedoch die Zunahme der Herzschlagfolge allein nicht aus.
Nun kann die vom Herzen geförderte Blutmenge nicht nur durch eine häufigere Kontraktion des Herzmuskels (Frequenzsteigerung) gesteigert werden, sondern auch durch die Vergrößerung des Schlagvolumens.
Das bedeutet, daß bei jedem Schlag mehr Blut aus dem Herzen hinaus befördert wird. Die Kraft, mit der sich der Herzmuskel zusammenzieht, wird nämlich unter dem Einfluß des Sympathikusnervs größer und steigert damit die Herzfördermenge um 75 bis 100 Prozent.
Diese Erhöhung der Umlaufmenge des Blutes auf beinahe das Doppelte wird aber mit einer Frequenzsteigerung von nur 50 Prozent erreicht, was für die ökonomische Arbeitsweise des Herzens unter der Saunawärme spricht.
Und dafür gibt es eine einleuchtende Erklärung: Es ist die Abnahme des “peripheren Widerstandes” - des Reibungswiderstandes in den Blutgefäßen - die durch eine umfangreiche Erweiterung der Blutgefäße in der Haut erreicht wird.
Dadurch wird dem Herzen die Pumparbeit ganz erheblich erleichtert. Finnischen Forschungsergebnissen zufolge reduziert sich der periphere Widerstand auf fast die Hälfte des Wertes, der vor dem Betreten des Saunaraumes gemessen wurde.
Dieser Umstand ist auch von Bedeutung für die Beurteilung des Blutdrucks beim Saunabaden.
Medizinische Untersuchungen haben immer wieder bestätigt, daß sich beim Hochdruckpatienten der Blutdruck während des Saunabades verringert, oft bis zu Normalwerten.
Die Erweiterung der Arterien, insbesondere der kleinsten, der Arteriolen, hat die günstige Folge, daß das Herz weniger Druck entwickeln muß, um das Blut durch die Gefäße zu treiben.
Es gibt nur wenige Bluthochdruckfälle, wo das nicht funktioniert, etwa beim “malignen Hochdruck”. …