Macht saunieren schlank?
… In seiner millionenfachen Verbreitung, immerhin wiegt jeder dritte Bundesbürger zu viel, ist Übergewicht kein primäres Problem des Kindes- und Jugendalters.
Die Hauptgruppe der Übergewichtigen ist zwischen 40 und 60 Jahre alt, und als das “gefährlichste” Alter für Gewichtszunahme wird die Zeit zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr angesehen.
Die Ursache für diese altersabhängige Gewichtszunahme liegt in einer Reihe von Faktoren. Verminderte körperliche Aktivität, gestiegene Kaufkraft, Lebensereignisse wie Heirat, Kinder, Berufswechsel, aber auch veränderte Einstellungen zum eigenen Körper wurden dafür ausgemacht.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist das wöchentliche Wiegen beim Saunabaden die genannte Kontrollmaßnahme.
Sie sollte gegebenenfalls zum Anlaß genommen werden, das alltägliche Verhalten und besonders die Eßgewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Denn wer immer nur das ißt und trinkt, was höchsten Genuß für den Moment verspricht, der strapaziert seinen Organismus und vergißt die eigentliche Aufgabe der Ernährung.
Sie muß die Nährstoffe für den Körper liefern, die er zum Leben, Wachsen, Denken und Wohlbefinden braucht. Und zwar weder zuwenig, noch zuviel.
Einen bisher nicht diskutierten Hinweis brachte der Münchner Arbeitsmediziner Prof. Dr. med. Wolf Müller-Limmroth auf einem Symposion des Deutschen Sauna-Bundes zu dem Thema.
Er machte darauf aufmerksam, daß übergewichtige Menschen bei ihren Abnahmeversuchen vielleicht doch mit einer gewissen physiologischen Unterstützung durch Saunabaden rechnen können.
Seine Aussage bezog sich auf das Hormon Somatotropin, das aufgrund des Saunabadevorganges vermehrt über die Hirnanhangdrüse ausgeschüttet wird.
Somatotropin ist ein Hormon, welches in der Jugend das Wachstum fördert und bei Erwachsenen eine entscheidende Rolle im Fettstoffwechsel spielt. Nach jüngsten Erkenntnissen aktiviert es die Enzyme zur Fettspaltung und unterstützt somit die Abgabe und den sofortigen Verbrauch des Fettes aus den bei Korpulenten ohnehin vergrößerten Fettzellen.
Fettsüchtige Menschen haben eine gegenüber Schlanken erniedrigte Somatotropin-Konzentration im Blut, die durch regelmäßiges Saunabaden gesteigert werden kann.
Wenn man beim Saunabaden auch kein Gewicht verlieren könne, berichtete Prof. Müller-Limmroth, so könnten mit Unterstützung durch die Sauna hormonelle Prozesse begünstigt werden, die bei einer Abmagerungskur zur Normalisierung des Verhaltens des Fettgewebes beitragen würden.
Interessant ist aber auch an diesem Hinweis, daß immer noch neue Wirkungszusammenhänge des Saunabadens aufgedeckt werden, obwohl das Saunabad schon lange als die am besten erforschte Badeform gilt.