Orientalisches Schwitzbad

Ursprünglich gehörte ein Besuch im Hamam zum religiösen Ritual: Hier reinigten sich die Gläubigen vor dem Gebet. Was früher primär der Erfüllung der strengen Reinlichkeitsvorschriften des Islams diente, ist heute zuallererst eine weltliche Angelegenheit – zumindest in Deutschland.

Im Lauf der Zeit wurde das Bad raffiniert verfeinert, und die Gäste erwartet ein vielfältiges Programm: Unterschiedliche Massagen, Behandlungen und Bäder versprechen ein Optimum an körperlicher und geistiger Entspannung – umgeben von sinnlichen Düften, heißem Wasserdampf und stilechtem Ambiente.

Im Gegensatz zur finnischen Sauna ist es im Hamam mit etwa 50 Grad Celsius nur halb so heiß. Warme Güsse über Arme und Beine sollen zudem dem Organismus helfen, sich langsam an die Wärme zu gewöhnen.

Erst wenn der Körper angenehm erhitzt ist und der Geist vollkommen entspannt, beginnt im “Hararet”, dem Dampfzimmer, das eigentliche Ritual. “Am Anfang steht eine ordentliche Abreibung”, beschreibt der temperamentvolle Türke lebhaft die Zeremonie.

kasim_alpaget2.jpgDer traditionelle Waschgang in einem Hamam-Bad dauert einige Stunden auf beheizten Marmorplatten.

Mit dem “Kese” rubbelt Alpaget seine Gäste gründlich ab – beginnend an Füßen und Händen immer in Richtung Herz. Dieser Prozedur fallen die oberen, abgestorbenen Hautschichten zum Opfer.

Anschließend folgt der angenehme Teil der Behandlung: Mit einer duftenden Seife aus Olivenöl und Lavendel werden die Besucher komplett eingeschäumt und dann massiert.

Der traditionelle Waschgang dauert einige Stunden, teilweise mit stoischem Daliegen auf den beheizten Marmorplatten, damit sich in der Hitze die Hautporen öffnen.

Das Ergebnis: Samtweiche Haut und ein tiefes Gefühl der Entspannung.

Durch die Waschungen werden auch Schlacken und Giftstoffe gründlich ausgeschieden, erklärt der Hamam-Meister. Kalte Güsse am Schluss bringen Stoffwechsel und Durchblutung in Schwung. 


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