Praxisbeispiel: Schwimmbadsanierung
Diese im heutigen Privat-Bäderbau unüblichen Wassertiefen gehörten vor rund 30 Jahren in der Hansestadt durchaus zum gehobenen Schwimmbadniveau, da man die rein zweckorientierten Schwimmbäder gleichzeitig auch als Springer-Becken nutzte. Aus heutiger Sicht zweifelsohne ein nostalgisches Design-Relikt made in USA.
Interessant ist auch die Tatsache, daß man trotz der damals üblichen technisch einfachen Skimmertechnik nicht nur den Nutzen von Beckenumgängen, beispielsweise zu Wartungszwecken erkannte und realisierte, sondern aufgrund der totalen Gebäudeunterkellerung außerdem die Technikräume großzügig planen konnte.
Alles glückliche Umstände, die es ermöglichten, die neue moderne, technisch aufwendige Lüftungs- und Schwimmbadtechnik problemlos im Gebäude unterzubringen.
Aus der vorhandenen Schwimmbecken-Tiefe resultiert wiederum die optimale Technik-Raumhöhe von nahezu 2,30 m. Im Beckenumgang ließen sich die drei Schwallbehälter einschließlich automatischer Wassernachspeisung und der Rinnenreinigungsumschaltung neben den Attraktionspumpen und Zuluftkanälen mühelos und wartungsfreundlich installieren.
Im davor gelagerten Technikraum befindet sich die physikalische Filtertechnik gemeinsam mit der chemischen Wasseraufbereitung, das Entfeuchtungsgerät mit dem Kanalsystem sowie die Schmutzwasser-Hebeanlage zur rückstaufreien Raumentwässerung und Filter-Rückspülwasserentsorgung. Zurück in die Schwimmhalle.
Da das neue Schwimmbecken nicht nur zum aktiven Schwimmen, sondern auch zum passiven Baden genutzt werden sollte und die Räumlichkeiten keinen zusätzlichen Whirl-Pool-Einbau zuließen, zauberte der Schwimmbadbauer aus seinem reichhaltigen Erfahrungsfundus einen recht interessanten Gestaltungsentwurf, der dann auch erwartungsgemäß die spontane Akzeptanz des Besitzer-Ehepaares fand.
SCHWIMMBECKEN-WÄRMEDÄMMUNG
Das neue Schwimmbecken wurde in gefliester wasserundurchlässiger Stahlbeton-Konstruktion direkt in das vorhandene Becken integriert.
Aufgrund des Finnischen Überlaufrinnen-Beckenkopfs ergab sich zwischen dem neuen und dem alten Beckenwandbereich ein Abstand, der mittels Hartschaumplatten sinnvoll zur Wärmedämmung genutzt wurde.
Unter dem neuen Beckenboden hat man die Wärmedämmung ebenfalls berücksichtigt. Ob eine Wärmedämmung bei Stahlbetonbecken energetisch tatsächlich sinnvoll ist, wird allerdings von Experten unterschiedlich beurteilt. …