Praxisbeispiel: Schwimmbadsanierung
… Einigkeit über die Dämmnotwendigkeit gibt es bei solchen Bausituationen, wo das Stahlbetonbecken einen Direktkontakt mit Schichten- oder Grundwasser hat oder sich Beckenwände permanent in kalter Umgebung befinden.
Ansonsten hat trockenes Erdreich bereits eine beachtliche Wärmedämmwirkung. Bei frei im Raum aufgeständerten Becken stellt sich in der Regel ein ausgeglichenes Umgebungs-Temperaturniveau ein.
Bei größerem Technikaufkommen kann sich sogar aufgrund der energetischen Geräteabstrahlung ein Wärmeüberschuß ergeben.
Entschließt man sich für eine Beckendämmung, ist wichtig, daß der Dämmwerkstoff nicht hygroskopisch, sondern wasserabweisend ist, also keine Feuchtigkeit aufnimmt, andernfalls ist die Dämmung wirkungslos.
Außerdem muß die Dämmung im Becken-Bodenbereich dem statischen Druck standhalten.
Um die Kernbohrungskosten im alten Becken für die erforderlichen Rohrdurchführungen möglichst gering zu halten, wurde eine großdimensionierte Finnische Überlaufrinne geplant, die lediglich an den vier Becken-Eckpunkten je einen Rinnenablauf DN 100 benötigte.
Die Reinwasser-Systemverrohrung für die vertikale Beckenhydraulik sowie die Attraktions-Verrohrungen sind im Beckenboden respektive in den Beckenwänden wasserundurchlässig mit einbetoniert.
Die Rohrdurchdringungs-Bohrungen im alten Becken sollte man nicht wieder schließen, sondern kostensparend zur Dichtigkeitskontrolle des neuen Beckens offen lassen.
Die ähnlich einem Whirlpool konzipierte Sitz-Rotunde wurde, ebenso wie der anschließende Beckeneingangsbereich, nachträglich in das bereits betonierte Schwimmbecken integriert.
ATTRAKTIVE BÄDERTECHNIK
Dieser Bauablauf erleichterte nicht nur die Betonierung der Beckenaußenwände, sondern auch die spätere Montage der Reinwasser- und Attraktionsverrohrungen innerhalb der zu betonierenden Rotunde nebst der zusätzlichen Reinwasserdüse im Beckeneingangs-Treppenbereich.
Zur Attraktionssteigerung hat das Schwimmbecken, neben sieben Halogen-Unterwasserscheinwerfern, folgende hydrodynamische Zusatzeinrichtungen:
- Gegenstrom-Schwimmanlage
- Nacken-Massage-Anlage
- Luftbodensprudler im Schwimmbeckenboden
- Luftbodensprudler in der Rotunde
- vier Unterwasser-Massagedüsen in der Rotunde.
Bei der Gegenstrom-Schwimmanlage handelt es sich um eine handelsübliche sogenannte Jet-Stream-Anlage.
Alle anderen Attraktionen wurden vom Schwimmbadbauer sowohl aus funktionstechnischen als auch aus Kostengründen selbst konstruiert.
Um einer möglichen Verkeimung in den Wasser- und Luftattraktionssystemen entgegenzuwirken, werden die Anlagen in bestimmten Intervallen über eine Zeitschaltuhr zwangsgeschaltet. …