Praxisbeispiel: Schwimmbadsanierung

Der Schwimmbadbauer muß allerdings ihre technischen Tücken, besonders im Privat-Schwimmbadbereich mit relativ kleinen Schwallbehältern und Filterleistungen, beherrschen, andernfalls wird er unangenehm überrascht.

Dem immer mehr an Bedeutung gewinnenden Schallschutz gemäß DIN 4109 hat man ebenfalls entsprechend Rechnung getragen.

So sind alle Attraktionsaggregate mittels Schwingelementen vom Gebäude schallentkoppelt. Des weiteren sind sämtliche Verrohrungen fachgerecht mit körperschallgeprüften (17 dB (A)) Halteschellen mit 8 mm Profilgummieinlage befestigt.

Zusätzlich haben Rohrleitungen in Wänden und Deckendurchführungen entsprechende Körperschall-Ummantelungen.

SICHERHEITSTECHNIK UND RESSOURCENSCHUTZ

Aus Sicherheitsgründen schaltet sich während der Filterrückspülung oder bei Filterpumpenstillstand automatisch die Beckenwassererwärmung und chemische Wasseraufbereitung gemeinsam aus oder ab.

Hierdurch wird erstens eine Beckenwasserüberwärmung mit möglicher PVC-Rohrschädigung verhindert und zweitens eine Chlor- oder Säuremittelüberdosierung unterbunden.

Letzteres hätte nämlich zur Folge, daß bei einem Filterpumpenausfall oder Pumpenfunktionsstörung die Dosierpumpen weiterhin Chlor oder Säure in das Reinwassersystem fördern.

Beim Wiedereinschalten der Pumpe würde aufgrund des angereicherten Chemiekalienkonzentrats im Rohrsystem im unmittelbaren Beckeneinströmbereich kurzzeitig eine erhöhte Verätzungsgefahr bestehen.

Obwohl derartige Unfälle hinlänglich bekannt sind, wird, aus welchen Gründen auch immer, nach wie vor die Gefahr ignoriert.

Als zweite Sicherungskette befindet sich in der Meßsonde ein Magnetschwimmerkontakt der die Chemikaliendosierungen nur bei ausreichend zur Verfügung stehendem Meßwasserfluß freigibt.

Zusätzlich hat die computergesteuerte Meß- und Regelanlage frei programmierbare Grenzwerte bezüglich der Hygiene-Hilfsparameter Chlor, pH-Wert und Redoxspannung. Bei Über- oder Unterschreitung der besagten Grenzwerte erfolgt automatisch eine Alarmmeldung und in der Folge wird eine Sicherheitsabschaltung aktiviert.

Die Meßwasserentnahme befindet sich auf der Filterpumpendruckseite vor dem Schwimmbadfilter.

Diese Meßwasseranordnung reicht im Gegensatz zum öffentlichen Bereich, wo es sinnvoll ist, daß Meßwasser direkt aus dem Becken rund 25 cm unter der Wasserfläche zu entnehmen, bei Privat-Schwimmbädern völlig.

Die Anordnung bietet den Vorteil, daß unabhängig von den baulichen Gegebenheiten, keine zusätzliche strom- respektive betriebskostenfressende Meßwasserpumpe zur Fließdruckerhöhung notwendig ist.

Der zur Messung benötigte Beckenwasser-Volumenfluß von 30 - 60 l/h verschwindet nicht wasser- und energieverschwendend in irgendeinem Abfluß, sondern wird in dem Schwallwasserbehälter recycelt.

Auf die sinnvolle Meßwasser-Realisierung wurde deswegen besonders eingegangen, da es nach wie vor genügend Negativ-Praxisbeispiele gibt, wo die beschriebene Lösung noch längst nicht so umweltschonend realisiert wird.

In diesem Zusammenhang sei noch auf eine interessante Besonderheit hingewiesen, die während der Einfahrphase zunächst zu erheblicher Irritierung geführt hat. 


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