Rebensaft auf Rezept
… In den 90-er Jahren erregte die Studie der französischen Ärzte Serge Renaud und Michel de Lorgeril, besser bekannt als „French Paradox“, großes Aufsehen.
Demnach erlitten ihre Landsleute nicht trotz, sondern wegen ihres regelmäßigen Weinkonsums seltener Herzinfarkte als Deutsche, Briten oder Amerikaner – obwohl sie sich fettreicher und üppiger ernähren.
„Fakt ist“, betont Doris Goedecker: „Franzosen essen gerne gut und fett, scheren sich aber keinen Deut um Diät – und trotzdem bekommen sie weniger Herzinfarkte. In Ländern, in den man gerne gut isst und trinkt, aber immer Wein zum Essen zu sich nimmt, ist die Sterblichkeitsrate durch Herz-Kreislauferkrankungen am niedrigsten.“
In fast allen Kulturen kommt dem Wein eine unvergleichliche Faszination zu.
Die Substanz Resveratrol im Rotwein hemmt das Zusammenkleben der Blutplättchen, was Ablagerungen verhindern und somit die Adern schützen kann. Das erklärt das französische Paradox von hohem Fettverzehr und dennoch niedrigem Infarktrisiko.
Professor Serge Renaud untersuchte in Frankreich 34.000 Männer im Alter von 40 bis 60 Jahren. Die moderaten Weintrinker (zwei bis drei Gläser am Tag) hatten eine niedrigere Sterblichkeit als die Gruppe der Abstinenzler und starken Trinker.
Bei der ersten Gruppe wurden außerdem weniger Krebserkrankungen festgestellt. Mit zunehmendem Konsum jedoch, warnt Doris Goedecker, steige die Krebsrate an.
Das Ergebnis der Studie sei aber nicht ausschließlich auf den Weinkonsum zurückzuführen, sagt die Expertin. Entscheidend seien auch Ernährungsweise und Lebensstil.
Dazu gehöre ein hoher Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln in roher oder nur gering verarbeiteter Form sowie Getreide, Nüsse und Samen.
„Diese Produkte sind reich an Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien.“
Täglich Milchprodukte verzehren
Milchprodukte wie Käse und Joghurt sollten täglich in kleineren Mengen verzehrt werden, Fisch und Geflügel einige Male pro Woche, rotes Fleisch, Wurstwaren und Eier nur wenige Male pro Monat.
Die Hauptfettquelle sollte kaltgepresstes Olivenöl sein, alternativ Raps-, Kürbiskern- oder Traubenkernöl, empfiehlt Doris Goedecker.
„Ungesättigte Fettsäuren wirken sich positiv auf die Gesundheit aus.“ Reichlich frische und getrocknete Kräuter sowie Knoblauch trügen wesentlich zum Geschmack bei, sie könnten Salz zum Teil oder völlig ersetzten.
Und last but not least: „Ein bis zwei Gläser Wein pro Tag, die in der Regel zu den Mahlzeiten getrunken werden.“
Die gesundheitsfördernde Wirkung des Weines liegt nach Angaben des „Forums Wein und Gesundheit“ vor allem in der besonderen Kombination wertvoller Inhaltsstoffe mit dem Alkohol: Mikronährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie phenolische Verbindungen.
Ihre Bedeutung liegt in der antioxidativen Wirkung, sie können krankmachende Zellreaktionen mit Sauerstoff neutralisieren.
Das trägt dazu bei, bestimmten Krankheiten vorzubeugen und den Alterungsprozess zu verlangsamen. Bei maßvollem Weingenuss beobachten Mediziner weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Ältere Menschen profitieren zusätzlich in einem anderen wichtigen Bereich: Unter Weingenießern finden Ärzte in der Regel bessere kognitive Leistungen und weniger Alzheimer-Erkrankungen.
Zur Anregung des Kreislaufs empfehlen die Experten vom „Forum Wein und Gesundheit“ ein Glas Sekt. Natürlich darf es auch Champagner sein.
Was sagten doch Napoleon und Winston Churchill: „Bei Siegen hat man ihn verdient, bei Niederlagen braucht man ihn.“
Aber wie schon Paracelsus feststellte: „Die Menge macht‘s …“
Weitere Informationen: www.weinundgesundheit.de