Schwitzen wie die Römer
Römische Thermen liefern das Vorbild für die Realisierung berauschender Badevisionen im Privat-Spa.
Von den Griechen “erfunden”, vervollkommneten die Römer die Badekultur und führten sie nicht zuletzt durch ihre imposanten Thermenmonumente zur unvergänglichen Hochblüte.
In der Antike entwickelte sich das Thermenbaden vom Hygienebedürfnis oder Reinigungsakt zur Stätte der Entspannung und Erholung.
Wesentlichstes Funktionsmerkmal der römischen Therme war die technisch raffinierte Hypokausten-Heizungstechnik. Die Wiege der Hypokaustenheizung stand im griechischen Kulturbereich und wurde später von den Römern in ihren Thermen übernommen.
Hypokausten bedeutet soviel wie “Unterbrand”. Das Prinzip ist vergleichbar mit der Beheizung eines Wasserbehälters mittels offener Flamme, übertragen auf einen Wohnraum.
Die römische Unterflur-Zentralheizung bestand aus einem sogenannten Ofen (hypokaustis), dessen Feuerstelle (praefurnium) mit Holz und Holzkohle beschickt wurde
Bei der Hypokaustenheizung strömten – vereinfacht dargestellt – heiße Rauchgase zunächst über Fußbodenkanäle und anschließend durch in Wänden integrierte Hohlziegel oder Tonrohre (tubuli), wobei einige Rauchzüge gleichzeitig als Schornsteine dienten.
Über die sanfte Beheizung der raumumschließenden Flächen erreichte man eine als äußerst angenehm empfundene gleichmäßige Strahlungswärme. Die thermische Behaglichkeit dieses Heizsystems ähnelte im weitesten Sinne dem heutigen Kachelofenprinzip oder der Niedertemperatur-Fuß- und Wandflächenheizung.
Bei der römischen Thermenarchitektur baute sich die funktionale Raumfolge zwangsläufig vom Heizraum auf. Das Caldarium als Saal für Warmbäder (Wassertemperatur ca. 40 Grad Celsius) bildete das Zentrum.
Daran gliederten das Schwitzbad (Laconium), die milderen Warmbäder (Tepidarium) sowie der Kalt-Baderaum (Frigidarium) mit Schwimmbad (Natatio) und die Umkleide (Apodyterium) an.
Der Mensch als “Warmblüter” erzeugt zur Konstanthaltung seiner “Betriebstemperatur” von 37 Grad Celsius mittels Stoffwechselvorgängen permanent Wärme. Trotz Dämmung des Körpers mit Kleidung gibt er ununterbrochen Wärme an die Umgebung ab:
- 45 Prozent durch Strahlung,
- 25 Prozent durch Konvektion (Luftwärme-Mitnahme)
- und den Rest durch Atem und Verdunstung.
Gibt der Mensch aufgrund der umgebenden Temperaturverhältnisse wesentlich mehr Wärme ab, als der Körperhaushalt entsprechend seiner Tätigkeit produziert, empfindet er dieses als unangenehme Kälte, die bis hin zu Unerträglichkeit gehen kann.
Umgekehrt verhält es sich, wenn plötzlich ein unkontrollierter, hoher Umgebungs-Wärmestau auftritt.
Übertragen auf die häusliche Gebäudeheizung bedeutet dieses, dass die Aufgabe der Raumheizung darin liegt, den Menschen nicht zu wärmen, oder aufzuheizen, sondern dafür zu sorgen, dass er seine Überschusswärmeabgabe als behaglich empfindet, also ein harmonischer Temperaturausgleich stattfindet.
Daraus folgernd wird mit einer räumlichen Thermoverkleidung, sprich sanfter Strahlungsflächenheizung, ein wesentlich effizienteres Behaglichkeitsgefühl erreichbar, als mit einer vorwiegend auf Konvektion basierenden Heizung, beispielsweise mit Heizkörpern. …