Reinigungsritual für Körper und Seele
pool-Reportage: Die indianische Schwitzhüttenzeremonie beruht auf Feuer, Wasser, Luft und Erde.
Es ist dunkel. Es ist heiß. Es spricht nur einer: Der Schamane. Gebannt schweigen die anderen zwölf. Acht Männer und vier Frauen trauen sich nicht, die Frage nach ihrem sehnlichsten Wunsch zu beantworten. Ben Cloud, Sonnentanzhäuptling über 12.000 Crow-Indianer und spiritueller Führer seines Volkes in Montana, trommelt und singt, betet und flucht.
Die Ahnen sind gerufen, die Geister versammelt. Die Stimme des Medizinmannes ist so rau wie die Rinde der Haselnussrute, mit der er die zuvor im heiligen Feuer glutrot erhitzen Steine zurechtrückt. Der Schamane appelliert wiederholt beschwörend in die Runde: „Wer hat einen Wunsch?“ Die indianische Schwitzhüttenzeremonie ist eines der ältesten Reinigungsrituale für Körper, Geist und Seele.
Drinnen ist es stockfinster
Die Form des nach strengen religiösen Regeln errichteten Zeltes erinnert mehr an ein Iglu denn an ein Tipi. Über ein Holzgestell aus biegsamen Haselnussruten werden dicke Wolldecken gehängt, bis im Inneren völlige Finsternis herrscht. Ursprünglich verwendeten die Indianer dafür Büffelfelle.
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