Skimmer oder Überlaufrinne?

Bei der horizontalen Beckenhydraulik befinden sich die Beckeneinläufe mit quadratischer Flächenaufteilung im Beckenboden, wobei die Verrohrung aus Sicherheitsgründen bei wasserundurchlässigen Stahlbetonbecken gemäß DIN 1045 mit in die Sole einbetoniert werden sollte.

Man rechnet in der Regel pro 6 qm Bodenfläche jeweils einen Einlauf DN 50.

Zum Vergleich: Die DIN 19643 geht bis zu einer Beckenwassertiefe von 1,35 m ebenfalls von 6 qm pro Einlauf aus und ab einer Beckentiefe von 1,35 m von 8 qm je Bodeneinlauf respektive 2,8 m quadratischer Seitenlänge oder 3,2 m Kreisflächen-Durchmesser. Die Verrohrung sollte so erfolgen, dass die Einläufe möglichst gleichmäßig mit Reinwasser belastet sind.

Bei der vertikalen Beckenhydraulik ist kein separater Bodenablauf notwendig, weil man die Bodeneinläufe gleichzeitig auch als Abläufe nutzen kann. Dieses ist bei der horizontalen Beckendurchströmung nicht möglich, folglich ist es sinnvoll, dort eine separate Beckenentleerung vorzusehen.

Bei den Überlaufrinnen gibt es die unterschiedlichsten Rinnensysteme. Als keramischer Rinnenstein dominiert die Wiesbadener Rinne mit einer sogenannten senkrechten Beckenbegrenzung in den zwei Abmessungsgrößen von 225 mm und 300 mm.

Die Finnische Rinne hat eine eingetauchte Beckenbegrenzung und besteht aufgrund ihrer individuellen Abmessungen aus handelsüblichen Keramik-Formteilen. Die im öffentlichen Bäderbereich geforderte, farblich abgesetzte Handfasse im Beckenkopfbereich ist auch im Privatschwimmbecken sinnvoll.

Die dritte Überlaufvariante, die St. Moritz-Rinne ist die derzeit wohl attraktivste. Bei ihr fließt das Beckenwasser zunächst über eine Beckenrundung und anschließend an der Beckenaußenwand in eine Überlaufrinne. Um einer evtl. Geräuschentwicklung entgegenzuwirken, verlangen die Richtlinien für den Bäderbau bei tiefen Überlaufrinnen generell eine Ablaufschrägung von mindestens 12 Grad.

Die Anzahl der Abläufe richtet sich nach der Rinnengröße beziehungsweise dem Rinnenquerschnitt. Bei einer Beckengröße zwischen 4,00 m x 8,00 m und 5,00 m x 10,00 m rechnet man bei einer Wiesbadener Überlaufrinne mit mind. 6 Stück Abläufen DN 50 und bei einer tiefen Formteilrinne mit rund 20 x 20 cm beispielsweise mit 4 Rinnenabläufen DN 100.

Aus hydraulischen Gründen ist es sinnvoll, die Überlaufrinnen-Sammelleitung um das gesamte Schwimmbecken herum zu führen und am entferntesten Punkt beispielsweise mit DN 70 zusätzlich zu entlüften.

Als Überlaufrinnen-Sammelleitung reicht in der Regel ein PVC-Abflussrohr mit Steckmuffenverbindung in der Dimension DN 100. An den Zusammenführungspunkten der beiden Rinnen-Sammelleitungen sollte man DN 125 wählen und vor dem 2-4 cbm Schwallbehälter eine zusätzliche Rinnenreinigungsumschaltung vorsehen.

Wie der Bericht eindrucksvoll verdeutlicht hat, gibt es unterschiedlichste Beckenwasser-Durchströmungssysteme, die alle durchaus ihre Berechtigung haben, da man mit ihnen in Privatschwimmbädern eine hygienisch akzeptable Wasserqualität erreichen kann.

Welches Hydrauliksystem tatsächlich zum Einbau kommt, sollte der Schwimmbadbauer gemeinsam mit dem Bauherrn in einem kompetenten Fachgespräch klären, wobei selbstverständlich auch die Filtertechnik und Beckenwasserpflege in die Überlegung als in sich stimmige Kompletteinheit mit einbezogen werden sollten.

Dieser Artikel ist in Ausgabe 27 des pool Magazins erschienen.

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