Spezial: Beckenbau für Taucher und Wasserspringer

Schwimmbadexperte Joachim Fraatz beschreibt den Bau eines Pools mit ungewöhnlicher Beckentiefe.

„Eine gleichmäßige Wassertiefe von rund 135 bis 150 cm ist in der Regel die gewünschte Standardausführung unserer Kunden“, berichtet Joachim Fraatz aus dem niedersächsischen Wedtlenstedt. Der Schwimmbadbau-Experte der bsw-Mitgliedsfirma Fraatz-Technik GmbH weiß, wovon er spricht, denn er kann auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken.

bild_05_comp.jpg3 Meter in die Tiefe

„Daher war es für uns sehr überraschend, dass im vergangenen Jahr ein Kunde ein drei Meter tiefes Becken wünschte“, erinnert sich Joachim Fraatz.

Im ersten Kundengespräch offenbarte sich dann aber schnell der Grund für den Wunsch nach dieser aussergewöhnlichen Wassertiefe: der Bauherr will das Becken regelmäßig mit seiner Tauchausrüstung nutzen und die Bauherrin ist zudem eine passionierte Wasserspringerin, was auch ein Sprungbrett auf die Ausstattungsliste des Pools setzt.

Schnell konnte mit den Kunden die Beckenausführung festgelegt werden: 1,50 m Beckentiefe sowie 3,00 Beckentiefe mit je 2,00 m Länge und dazwischen auf 4,00 m Beckenlänge die schräge Verbindung beider Tiefen.

Im 1,50 m tiefen Beckenbereich wurde stirnseitig eine Gegenschwimmanlage eingeplant, damit sie bei der vorhandenen Stehtiefe auch als Massageanlage benutzt werden kann. „Für die Beckenkonstruktion einigte man sich auf sogenannte Kunststoffschalungssteine, wobei wir damit noch nie über 2,00 m Tiefe gebaut hatten“, fasst Joachim Fraatz die Planungsgespräche zusammen.

Wie vereinbart wurde das Becken dann aus Hartschaum-Schalelementen mit besonderer Druckfestigkeit gebaut, ausgekleidet mit Gewebe-PVC-Bahnen, wobei wegen der 3,00 m hohen Beckenwände im Tiefteil das Betonieren in mehreren Schichten erfolgte.

Um Verfüllaufwand und -kosten zu reduzieren, wurde trotz Sandboden (Spargelanbaugebiet) sehr knapp ausgehoben und der Böschungswinkel recht steil ausgeführt, obwohl die Tiefbaufirma sich anfangs sehr sträubte. Die Betonsohle und der Beckenbau wurden dann aber zügig vorangebracht und als die ersten Regentage heranbrachen, hielt das frisch betonierte Becken sogar schon die nachrutschende Erde aus.

„Bei der Sohlenausführung ergaben sich Diskussionen“, so Schwimmbadexperte Fraatz, „ob die Sohle vom Flachteil nach unten betoniert werden sollte oder vom Tiefteil nach oben und es wurde beratschlagt, ob eventuell der Beton auf der Schrägen abrutschen würde.” 


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