Spezial: Schwimmbeckenabdichtung

Da es für druckwasserhaltige Verbund-Schwimmbeckenabdichtungen noch keine spezielle Norm gibt, ist die Beachtung der eingangs erwähnten Sicherheitshinweise insbesondere der Bereich „Anforderungen an das Abdichtungssystem“ besonders empfehlenswert. In Anbetracht möglicher irreparabler Folgeschäden oder immenser Sanierungskosten sollte man im Schwimmbeckenbau möglichst Sicherheitskompromisse vermeiden.

Dieses gilt sinngemäß auch für die Beachtung der erwähnten Hygieneforderungen der Schwimmbad-Norm hinsichtlich der KSW- und DVGW-Forderungen.

Da Fliesenverlegungsfirmen die von der Chemieindustrie gelieferten druckwasserhaltigen Verbundsysteme in der Regel mit verarbeiten oder diese Abdichtungsarbeiten gleichzeitig mit ausführen, ist es wichtig zu wissen, ob bei diesen Produkten auch bereits ausreichende Praxiserfahrungen im druckwasserbelasteten Schwimmbadbau vorliegen.

Unstrittig ist, daß sich die Abdichtungsprodukte in sogenannten drucklosen Naßraumbereichen seit vielen Jahren hinlänglich bewährt haben oder dort problemlos eingesetzt werden.

Doch im Druckwasserbereich von Schwimm- und Badebädern herrschen halt völlig andere Bedingungen oder wesentlich höhere Dichtigkeitsanforderungen sowohl was die chemischen, bauphysikalischen Beanspruchungen betrifft, als auch die Hygiene.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Denn wer nicht aufpaßt, den bestraft bekanntlich das Produkt. Wer keinen wasserdichten Vertrag mit dem Vorlieferanten macht, muß sich später nicht wundern, wenn er ungewollt baden geht.

Resümee:

Die Binsenweisheit: „Qualität ist alles das, was man nicht bewußt wahrnimmt, weil es funktioniert“, gilt in besonderem Maße für den äußerst sensiblen Bereich der Schwimmbeckenabdichtung.

Denn bekanntlich sind Folgeschäden bei druckwasserhaltigen Abdichtungssystemen nämlich nicht nur sehr kostenträchtig, sondern verursachen den im doppelten Wortsinn Betroffenen obendrein auch noch erheblichen Ärger.

Infolge unserer prozeßfreudigen Zeit mit dem herrschenden Dumpingpreisniveau am Bau und den allgegenwärtigen auftragshungrigen Rechtsverdrehern wird das Unternehmerrisiko für den verantwortungsbewußten Handwerker zwangsläufig immer unkalkulierbarer.

Daher gilt besonders für den Abdichtungsbereich: „Praxisbewährte Produkte und fachgerechte Ausführungen sind in der Regel immer noch wesentlich kostengünstiger als scheinbare Billiglösungen, die einen später nicht selten teuer zu stehen kommen.“

Dieser Artikel ist in Ausgabe 26 des pool Magazins erschienen.

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