Übersicht: Wasserpflege-Systeme ohne Chlor
… Was die Handhabung betrifft, so ergeben sich bei der automatischen Dosierung von Chlorfreien keine Unterschiede mehr zu Chlor. Und bei der Handdosierung ist die Anwendung mit den Jahren wesentlich einfacher geworden.
In der Regel werden die Produkte heute vorportioniert mit Anwendungs- und Dosierungshinweisen verkauft. Der Bauherr braucht meist nur noch eine Tablette pro Woche ins Wasser zu geben, um sein Schwimmbadwasser richtig gepflegt zu haben.
In den Anfangsjahren war es ein Problem, Aktivsauerstoff im Wasser zu messen. In den vergangenen Jahren ist es dann gelungen, entsprechende Verfahren zu entwickeln und damit auch die Geräte zur automatischen Dosierung und die dazu passende Mess- und Regeltechnik anzubieten, wie es bei Chlor bereits seit längerem üblich ist.
Auch dies hat wesentlich zu der schnellen Verbreitung der chlorfreien Verfahren beigetragen.
Voraussetzung für eine funktionierende Wasserpflege ist aber auch eine gute Wasseraufbereitung mit leistungsfähiger Filteranlage. Als Faustregel gilt: Schmutzstoffe, die vom Filter erfasst und eliminiert werden, brauchen nachher nicht durch die Chemie, egal ob Chlor oder chlorfrei, entfernt zu werden.
Das heißt gute Anlagentechnik spart Chemie und damit Geld. Anders herum: Mängel bei der Filtertechnik und der Beckenhydraulik (gemeint ist damit die Durchströmung des Beckens und die Verteilung des Wasserpflegemittels) kann durch die Chemie nicht ausgeglichen werden.
Das Gleiche gilt für die wenigen, aber wichtigen und regelmäßig durchzuführenden Maßnahmen, die der Bauherr zu tun hat.
Eine Stoßchlorung bleibt als Option
Wird der Filter beispielsweise nicht wenigstens einmal pro Woche rückgespült, gibt es schnell Probleme mit der Wasserqualität.
Bei einigen chlorfreien Mitteln haben die Besitzer immer noch die Option, bei Problemen mit der Wasserqualität eine Stoßchlorung durchzuführen. Denn in solchen Fällen ist das Chlor seinen neuen Wettbewerbern überlegen.
Eine Stoßchlorung von Zeit zu Zeit wird häufig auch empfohlen. Zu beachten ist, dass der pH-Wert stimmen muss, damit das Desinfektionssystem wirken kann. Der pH-Wert sollte nicht unter 7,0 und nicht über 7,5 liegen.
Bei einem optimalen pH-Wert ist der Chemieverbrauch gering. Bei einem Wert von über 7,8 steigt der Chemieverbrauch um das Doppelte an.
Es gibt aber ein chlorfreies Pflegemittel, das pH-Wert unempfindlich ist: Brom. Selbst bei einem sehr hohen pH-Wert ist das Desinfektionsmittel noch wirksam. Allerdings würde das Wasser dann sehr hautunfreundlich. …