Vorsicht Falle
Durch eine falsche Fliesenverlegung kann schwerer Pilzbefall auftreten!
In den letzten Jahren kommt es bei Schwimmbädern aus wasserundurchlässigem Stahlbeton in Verbindung mit Verfliesungen verstärkt zu seuchenartigem Mikrobenbewuchs.
Die Folge sind Hygieneprobleme sowohl im Schwimmbadwasser selbst, als auch auf den Fugen und nicht selten auch im darunter befindlichen Fliesenbelag. Bakteriologische Untersuchungen haben ergeben, daß es sich bei den Mikroorganismen nicht um relativ harmlose Algen, sondern um gesundheitsgefährdende Pilze handelt.
Im Gegensatz zu Algen, die selbst nicht infektiös sind, sondern die Ansiedlung von Mikroorganismen fördern, oder im abgestorbenen Zustand Bakterien als Nährboden dienen, können mikrobielle Pilze durchaus als Krankheitserreger Infektionen (Mykosen) verursachen.
Die pathogenen Auswirkungen beim Menschen auf der äußeren Haut, den Schleimhäuten und inneren Organen hängen von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise vom Immunsystem des Badegastes oder der Hautbeschaffenheit.
Ein- und vielzellige Pilze haben einen Zellkern und ernähren sich über die Zellwände von organischen Substanzen.
Daher können dauerelastische Silikonfugen, Fliesenverfugungen mit organischen Bestandteilen und auch Fliesenmörtel, zum Beispiel mit nicht fachgerecht ausgehärteten Epoxidharzzusätzen durchaus als Nährstoffquellen dienen.
Bei Silikonfugen mit intensivem Pilzbefall hilft in der Regel nur eine vollständige Erneuerung des Silikons. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob man im privaten Schwimmbadbereich mit relativ kleinen Beckenabmessungen, wie es die Norm fordert, solche schadens- und zugleich wartungsträchtigen Dehnungsfugen tatsächlich benötigt.
Da es über das Phänomen dunkler Verfärbungen bei Fliesenfugen im Bereich von Schwimmbeckenwänden und –böden bis dato keine Fachpublikationen oder Hintergrundinformationen gab, hat man über die Ursachen und Hintergründe lange Zeit nur spekuliert.
Erschwerend kam noch hinzu, daß in Unkenntnis des tatsächlichen Ausmaßes zunächst versucht wurde, die Problematik jeweils projektbezogen anzugehen.
Ein „selbst durchlittener“ Schadensfall größeren Umfangs veranlaßte den Autor zu einer umfangreichen Recherche bei Fliesenlegern, Schwimmbadbauern und der Zulieferindustrie, insbesondere der Verfliesungs-Produkthersteller.
Hierbei stellte sich dann heraus, daß die besagte Problematik nicht nur regional begrenzt ist, sondern flächendeckend bis weit über die deutschen Landesgrenzen hinweg geht. …