Was Schlamm alles kann

Masken aus Heilerde sind eine Wohltat für unreine Haut.

Die wandernden Gletscher der Eiszeiten hinterließen der Nachwelt einen kostbaren Schatz: Unter tonnenschwerem Gewicht wurden ganze Felsen zu filigranem Gestein zermalmt.

Wind und Wasser zerkleinerten die Gesteinspartikel schließlich auf Staubkorngröße. Das Schmelzwasser trieb den feinen Abrieb in Flüsse und Täler.

Diese reinen zermahlenen Tonerden, die Geologen auch als Löss bezeichnen, sind reich an wertvollen Mineralien, Spurenelementen und Kieselsäure.

Außerdem verfügen sie über ein enormes Absorptionsvermögen, können also sehr gut andere Stoffe an sich binden. Und so machte Heilerde im Laufe der Zeit nicht nur als Hausmittel bei Verdauungsbeschwerden und Rheuma Karriere, sondern auch als natürliches Schönheitsmittel.

Denn ihre Eigenschaften decken sich bestens mit den Ansprüchen, die an eine schonende Hautpflege gestellt werden.

hotelhhgrenzhausen.jpgMasken aus Heilerde sind eine Wohltat für unreine Haut.

Die gesundheitsfördernde Heilkraft von Erden wussten schon vor Urzeiten unsere Vorfahren zu nutzen. Sie schauten Tieren den instinktiven Gebrauch von feinkörnigen Erden als Nahrungsergänzung und zur Hautreinigung ab.

Bis heute ist die Tradition bei Naturvölkern erhalten, Erde zu essen und sie zur Körperpflege zu nutzen.

Bereits 3000 Jahre v. Chr. berichteten die Ägypter von der Heilkraft feiner Tonablagerungen, die sie am Nilufer fanden. Deren therapeutische Wirkung schätzten selbst die Pharaonen, die den Schlamm gegen Gliederschmerzen, entzündliche Muskelerkrankungen und bei Hautproblemen verabreichen ließen.

Die natürliche Eigenschaft von Heilerden, krankheitserregende Mikroorganismen abzutöten, nutzten die Ägypter gar zum Konservieren ihrer Mumien.

Um 400 v. Ch. verwendete der griechische Arzt Hippokrates verschiedene Erden zur Wundheilung.

Von der Insel Lemnos beispielsweise stammt die berühmte „Terra Sigillata“, die so wertvoll war, dass sie von den Herrschern mit Gold aufgewogen wurde. Um ihre Echtheit zu bezeugen, wurde sie in Tablettenform gepresst und mit einem Siegel versehen.

Mit dem Aufkommen der Schulmedizin gerieten die Heilerden fast in Vergessenheit.

Erst Anfang des 20. Jahrhunderts erfuhren sie eine Renaissance durch Pfarrer Sebastian Kneipp, der ihre heilende Wirkung unter Beweis stellte. Er benutzte sie mit großem Erfolg zur unterstützenden Behandlung unter anderem von Wunden, Hautausschlägen und Geschwüren.

Heilerden aus Ton und Löss gehören zu den Peloiden (griechisch pelos = Schlamm). Diese zwischen 10.000 und zwei Millionen Jahre alten Ablagerungen enthalten nahezu alle essentiellen Mineralstoffe sowie viele wichtige Spurenelemente wie Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Silizium, Zink, Mangan und Kupfer. 


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